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	<title>Gesundheit! Mehr Wissen im Museum</title>
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		<title>Gesundheitsjahr 2011: viel Spaß und Wissen im Museum</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 13:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Projekt &#8220;Gesundheit! Mehr Wissen im Museum&#8221; dankt: dem Bundesministerium ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/gesundheitsjahr-2011-viel-spas-und-wissen-im-museum-2/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Projekt &#8220;Gesundheit! Mehr Wissen im Museum&#8221; dankt:</strong></p>
<p>dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, das dieses Projekt ermöglicht hat</p>
<p>allen Besucherinnen und Besuchern, die zu den Veranstaltungen gekommen sind und das Projekt zu einem Erfolg gemacht haben</p>
<p>allen Kooperationspartnerinnen und -partnern in den Partnermuseen und weiteren Partner-Institutionen</p>
<p> den zahlreichen Leibniz-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, die mitgemacht und viel Zeit und Energie in ihre Mitarbeit gesteckt haben</p>
<p><strong>Schön war&#8217;s &#8211; und viel Spannendes gibt es jetzt zu entdecken im Wissenschaftsjahr 2012 &#8211; Zukunftsprojekt Erde!</strong></p>
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		<title>Von Schaben und Schlangenbissen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 14:42:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Presse und Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Senckenberg Frankfurt am Main]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast fingerlang ist das Insekt, das auf der Hand von ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/von-schaben-und-schlangenbissen/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast fingerlang ist das Insekt, das auf der Hand von Raphael Frank herumkrabbelt, eine Madagassische Fauchschabe, eine Art, die man bei uns nur in Terrarien findet. Wie es sich anfühlt, so ein Tier auf den Fingern zu balancieren, konnten mutige Kinder und Erwachsene beim Thementag „Klimawandel und Gesundheit“ im Senckenberg-Naturmuseum in Frankfurt am Main ausprobieren. <span id="more-3183"></span>„Auch wenn sie fremdartig aussehen und laut fauchen können, diese Kakerlaken sind harmlose Tiere“, erklärte Frank, Doktorand im <a href="http://www.bik-f.de" target="_blank">Biodiversitäts- und Klimaforschungszentrum</a> (BiK-F). Er betreute einen von dreizehn Aktionstischen, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von BiK-F über verschiedene Pflanzen- und Tierarten informierten. Und natürlich warenRaphael Franks große Schaben eine der Hauptattraktionen an den Tischen.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf-schabe.jpg"></a></p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf-schabe.jpg"></a><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf_schabe.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3201" title="Eine Madagassische Schabe wird weitergegeben" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf_schabe-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch gefährlichere Tiere konnten in Augenschein genommen werden: BiK-F-Forscher <a href="http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=260" target="_blank">Ulrich Kuch</a> hatte verschiedene Giftschlagen mitgebracht. Klapperschlange, Lanzenotter und Korallenschlage waren dabei, sie alle stammen aus Panama. Diese Tiere leben allerdings nicht mehr: Sie sind in Formalin eingelegt und werden in größeren und kleineren Gläsern aufbewahrt. Ulrich Kuch und sein Team von der erforschen die Biodiversität giftiger Schlagen auf der ganzen Welt, das heißt, sie erfassen neue Arten und deren Gifte. Außerdem helfen sie dabei, passende Seren zur Anwendung in unterschiedlichen Ländern zu entwickeln: „Ein Serum, das gegen die Klapperschlange in Panama wirkt, kann gegen das Gift einer verwandten Art in einem anderen Land nutzlos sein“, sagt Kuch. Dieses Problem fand in den betroffenen Ländern lange Zeit wenig Beachtung, da Schlangenbisse üblicherweise eher die arme Landbevölkerung betreffen. Ulrich Kuch wurde während eines Forschungsaufenthalts zur Artbestimmung von Schlangen auf das Problem aufmerksam, als Ärzte vor Ort ihm von fehlenden Gegenmitteln bei vielen Schlangenbissen erzählten.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/shea_baobab.jpg"></a><a href="http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=297" target="_blank">Julia Krohmer</a>, promovierte Biologin, hatte an ihrem Stand ebenfalls Mitbringsel aus einem fernen Kontinent aufgebaut: Samen des afrikanischen Baobab-Baumes zu Beispiel, die voller Vitamin C stecken und von den Einheimischen „pur“ gelutscht oder zu Süßigkeiten verarbeitet werden. Heilpflanzen wie dieser Baum sind vom Aussterben bedroht, woran sowohl der Klimawandel als auch der Bevölkerungsdruck ihren Anteil haben: Durch steigende Temperaturen verschieben sich Klimazonen und mit ihnen die Lebensbedingungen für einheimische Pflanzen, und wegen der steigenden Zahl der Einwohner steigt gleichzeitig der Verbrauch an Pflanzenprodukten. Hinzu kommt, dass diese Pflanzen in der Regel nicht kultiviert werden, sondern der wilde Bestand genutzt und auf diese Weise dezimiert wird. Außerdem finden auch die Industriestaaten zunehmend Interesse an traditionellen Produkten, zum Beispiel an für zahlreiche Kosmetika verwendeter Shea-Butter, die aus dem Karitébaum gewonnen wird.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/shea_baobab.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3191" title="Samen des Baobab sowie Produkte, bei denen Shea-Butter verwendet wird." src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/shea_baobab-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für die Einheimischen sind die Pflanzen und deren Nutzung nach wie vor überlebenswichtig, sie sichern etwa 40 Prozent der Einnahmen eines durchschnittlichen Haushalts – der Anteil ist umso höher, je ärmer die Familien sind. Die nutzbringenden Pflanzen werden in einem besonderen Projekt geschützt: „Wir haben in einem Dorf gemeinsam mit den Leuten, die dort wohnen, einen geschützten Garten angelegt, in dem die zehn wichtigsten Heilpflanzen – unter ihnen natürlich auch der Baobab- und Karitébaum – kultiviert werden. Was mich besonders freut: Andere Dörfer haben sich das als Vorbild genommen und eigene Gärten eingerichtet“, berichtete Julia Krohmer. Für sie ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie Wissenstransfer aus der Forschung funktionieren kann: Wissenschaftliche Erkenntnisse dienen dazu, Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern, und dies auf der Basis eigener, traditioneller Mittel – in diesem Fall der Nutzung einheimischer Heilpflanzen.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf-ambrosia.jpg"></a>Nicht alle BiK-F-Wissenschaftler reisen für ihre Arbeit so weit wie Kuch und Krohmer. <a href="http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=483" target="_blank">Sarah Cunze</a> findet ihre Forschungsobjekte in ihrer direkten Umgebung – zum Beispiel auf der Zeil, der berühmten Einkaufsstraße mitten in Frankfurt.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf-ambrosia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3192" title="Ambrosia-Thementisch von Sarah Cunze" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/bikf-ambrosia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Doktorandin beschäftigt sich mit Ambrosia, einer hoch allergenen, also extrem allergieauslösenden Pflanze. „Die wurde nach Deutschland eingeschleppt und verbreitet sich seitdem rasant“, berichtet Cunze. Am Stand konnten die Besucherinnen und Besucher eine etwa halbmeterhohe Ambrosia von der Zeil bewundern und per Mikroskop Pollen dieser Pflanze genauer studieren. Direkt nebenan informierten Experten vom Deutschen Wetterdienst über klimatische Veränderungen im Land.</p>
<p>Der abendliche Höhepunkt des Klimatags im Senckenberg Naturmuseum war der Vortrag „Klimawandel und Gesundheit – neue Risiken durch Insekten“ von Prof. <a href="http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=259" target="_blank">Sven Klimpel</a>, Leiter der BiK-F-Projektgruppe „Medizinische Biodiversität und Parasitologie“.</p>
<p><strong><a href="http://wissen-im-museum.de/2011/11/gesundheit-mehr-wissen-im-museum-im-radio/#more-2947">Diesen Vortrag können Sie sich online bei DRadio Wissen anhören &#8211; mehr Infos hier.</a></strong></p>
<p>Welche Insekten werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu uns kommen – und welche gesundheitlichen Gefährdungen ergeben sich daraus? Diese Frage stand im Zentrum von Sven Klimpels Ausführungen. So könnten sich wegen der steigenden Temperaturen fremde Mückenarten wie die Sandmücken in wenigen Jahren bei uns etablieren, berichtete der BiK-F-Forscher. Diese können Krankheiten übertragen, etwa Leishmaniose; besonders in Süddeutschland sind schon einige Fälle dieser gefährlichen Infektionskrankheit aufgetreten. Aber auch einheimische Gnitzen – kleine Mücken, die nicht länger als drei Millimeter sind – können eingeschleppte Krankheiten übertragen, etwa das Blauzungenvirus.</p>
<p>Die Invasion von Tierarten, die Krankheitserreger übertragen können – in der Fachsprache Vektoren – ist übrigens kein neues Phänomen. So wurde beispielsweise im Jahr 1999 das West-Nil-Virus über eine infizierte Mücke via Flugzeug nach Nordamerika eingeschleppt und führte dort in den Jahren 1999 bis 2008 zu einer Epidemie von Osten nach Westen. Und nicht nur Vektoren profitieren vom Klimawandel: Milde Winter führen dazu, dass viele Bucheckern gedeihen, die Nahrungsgrundlage für Mäuse. Aufgrund der guten Ernährungssituation werfen diese nicht nur einmal, sondern mehrmals innerhalb eines Jahres – die Zahl der kleinen Nagetiere steigt, und mit ihnen die Zahl der Mäusevektoren, die Hanta-Viren-positiv sein können. Der Infektionsweg verläuft dabei nicht immer von Insekt zu Mensch, erklärte Klimpel, sondern oft auch über den Umweg eines Zwischenwirts: Ein Wildtier wird infiziert und überträgt den Erreger auf einen Menschen, wenn der zum Beispiel nicht ausreichend durchgegartes Fleisch dieses Tieres isst.</p>
<p>Auch darüber, wie die Arbeit seines Forscherteams aussieht, berichtete Sven Klimpel. Rufen beispielsweise Bauern wegen einer mysteriösen Fliegenplage auf ihren Felder an, rücken die Wissenschaftler an, fangen und töten eine größere Zahl an Fliegen – das können durchaus 100 bis 1500 Exemplare sein –, um die Arten sowie die Erreger zu bestimmen, die diese Tiere übertragen, zum Beispiel EHEC. Um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, ist es beispielsweise sinnvoll, die jeweiligen Reservoirwirte zu behandeln – dann werden nachweislich weniger Menschen krank. In der Forschung gibt es derweil noch viele offene Fragen zu klären – zum Beispiel weiß man noch nicht, ob bestimmte Erreger in Insektenvektoren überwintern können.</p>
<p><em>Text / Fotos: Wiebke Peters</em></p>
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		<title>Fortschritt in der Medizin: die Statements als Audio</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 13:20:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Zentralmuseum Mainz]]></category>

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		<description><![CDATA[Podiumsdiskussion &#8220;Von Hippokrates bis High-Tech-Medizin &#8211; Fortschritt mit Tücken?&#8221; am ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/fortschritt-in-der-medizin-die-statements-als-audio/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Podiumsdiskussion <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/wenn-die-natur-als-masstab-ausdient/">&#8220;Von Hippokrates bis High-Tech-Medizin &#8211; Fortschritt mit Tücken?&#8221;</a> am 18.11.2011 in Mainz &#8211; alle Statements sowie die Podiumsdebatte zum Anhören.<br/><span id="more-3101"></span></p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/ernst_kuenzl.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3105" title="Dr. Ernst Künzl" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/ernst_kuenzl.jpg" alt="" width="119" height="141" /></a><strong>&#8220;Prinzip der Fürsorge gab es schon in der Antike&#8221;</strong><br />
Dr. Ernst Künzl berichtet von militärhistorischen Funden, der medizinischen Versorgung Pompejis &#8211; und von Ärztinnen in der Antike.<strong><br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Kuenzel.mp3">Das Statement als mp3 zum Anhören</a></strong><br />
<br/><br/><br/><br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/norbert_pfeiffer2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3109" title="Prof. Dr. Norbert Pfeiffer" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/norbert_pfeiffer2.jpg" alt="" width="119" height="141" /></a><strong>&#8220;Der Arzt ist heute weiter weg vom Patienten&#8221;</strong></p>
<p>Prof. Dr. Norbert Pfeiffer erklärt, wie eine Operation am Grauen Star funktioniert, und macht sich für ein verändertes Arzt-Patienten-Verhältnis stark: sein <strong><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Pfeiffer.mp3">Statement als mp3 zum Anhören</a></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/renate-wittern_sterzel2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3154" title="Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/renate-wittern_sterzel2.jpg" alt="" width="119" height="141" /></a>&#8220;Griechen sahen Natur als Richtschnur an&#8221;<br />
</strong>Wie sich die Grundideen des Heilens von Hippokrates bis heute wandelten, erklärt Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel in ihrem <strong><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Wittern-Sterzel.mp3">Statement &#8211; hier zum Anhören</a></strong>.<br />
<br/><br/><br/><br/><br />
<strong>Hier können Sie <a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Medizin-und-Fortschritt_Podium.mp3">die gesamte Podiumsdebatte hören</a></p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/wenn-die-natur-als-masstab-ausdient/">>> zum Bericht über die Podiumsdiskussion<br />
</a></strong><br />
<em>Fotos: Christina Nitsche / RGZM</em></p>
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		<title>Wenn die Natur als Maßstab ausdient</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 13:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zentralmuseum Mainz]]></category>

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		<description><![CDATA[Podiumsdiskussion „Von Hippokrates bis High-Tech-Medizin – Fortschritt mit Tücken?“ in ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/wenn-die-natur-als-masstab-ausdient/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Podiumsdiskussion „Von Hippokrates bis High-Tech-Medizin – Fortschritt mit Tücken?“ in Mainz<span id="more-3099"></span></strong></p>
<p><strong><a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/fortschritt-in-der-medizin-die-statements-als-audio/">Hier können Sie Statements und Debatte anhören </a></strong></p>
<p>Fortschritt in der Medizin ist ein Thema, das nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten von Ärzten betrifft. Es wirft grundlegende kulturelle und gesellschaftliche Fragen auf, deren Antworten immer wieder neu gefunden werden mussten und müssen: Was ist eine Krankheit? Wie weit dürfen Ärzte einen gegebenen Zustand verändern? Welche Kosten muss heutzutage die Solidargemeinschaft tragen – und welche nicht? Um diese spannenden Fragen ging es bei der Podiumsdiskussion „Von Hippokrates bis zur High-Tech-Medizin – Fortschritt mit Tücken?“, die am 18. November 2011 in Mainz stattfand. Ort des Geschehens: Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM), eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, in dem unter anderem eine Reihe antiker Funde medizinischer Geräte zu bewundern ist.</p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/podium.jpg"></a></p>
<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/podium.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3129" title="Dr. Enst Künzl, Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel, Moderatorin Katja Heijnen, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer" src="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/podium-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a><em>Das Podium (v.l.n.r.): Dr. Enst Künzl, Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel, Moderatorin Katja Heijnen, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer</em></p>
<p><br/><br/><br/>Zwei Experten und eine Expertin waren geladen, die sich mit dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen. Ernst Künzl, Archäologe und Buchautor sowie ehemaliger Direktor des RGZM, gab einige Einblicke in Erkenntnisse, die aus archäologischen Funden zur Medizin der Antike gewonnen wurden. So zeigen militärhistorische Funde, dass das Prinzip der Fürsorge schon damals galt, da man erkannt hatte, dass diese besser und billiger ist als „Ersatz“ durch neue Soldaten, die angelernt werden mussten. Funde in Pompeji zeigen, wie gut die Versorgung mit Ärzten zur damaligen Zeit war: Auf 500 Menschen kam ein Arzt, eine Versorgungsdichte, die erst im 20. Jahrhundert wieder erreicht wurde. Außerdem zeigen Funde, dass im Römischen Reich auch Frauen als Ärztinnen tätig waren, sie machten etwa fünf Prozent der Ärzteschaft aus. „Das klingt zunächst nicht nach viel – ist aber beachtlich, wenn man bedenkt, dass in Deutschland Frauen erst ab 1890 zum Medizinstudium zugelassen wurden“, berichtete Künzl.</p>
<p>Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz, näherte sich dem Thema von einer ganz anderen Warte: Er berichtete von Operation am Grauen Star, der häufigsten Operation in Deutschland überhaupt – vier von fünf Deutschen, die 80 Jahre und älter werden, sind betroffen. „Das Auge ist meist nur ein Steinzeitleben lang haltbar“, erklärte Pfeiffer. Am Grauen Star zu erkranken bedeutete für unsere Vorfahren das Todesurteil, denn blind hatten sie kaum Überlebenschancen. Die Operation selbst hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert – in der Antike wie heute wird mit einer Starnadel in das Auge und unter die Linse gestochen, um die trübe Flüssigkeit zu entfernen, damit der Patient oder die Patientin wieder sehen kann. Was sich allerdings – dank der Entwicklungen von Anästhesie und des technischen Fortschritts – bei Operationen generell geändert habe, seien zum einen „die Vorstellungen von Schmerzen, von dem, was auszuhalten man bereit ist“, und auch das Arzt-Patient-Verhältnis: „Der Arzt ist weiter weg vom Patienten“, diagnostizierte Pfeiffer. Ein Kernproblem der aktuellen Medizin sehe er vor allem darin, was ‚Krankheit‘ für uns heißt: „Wir haben die Psychosomatik lange Zeit vernachlässigt, weil die Somatik, also die nur auf den Leib bezogene Behandlung, scheinbar immer erfolgreicher war – ein Fehler“, befand der Mediziner. Eine andere kritische Frage: „Sollten wir alles machen, was machbar ist?“, gab Pfeiffer zu bedenken. Wichtig sei auch zu überlegen, für welche Dinge wir eventuell <em>kein</em> Geld ausgeben wollen – hier seien nicht nur die Mediziner gefragt, sondern die Gesellschaft und jeder Einzelne.</p>
<p>Renate Wittern-Sterzel, emeritierte Professorin für Medizinethik und -geschichte, stellte in ihrem einführenden Beitrag Linien der Kontinuität in der Medizin seit Hippokrates dar. Der auf seinen Ideen beruhenden „neuen Medizin“, die bis in das 19. Jahrhundert gelehrt wurde, ging es nicht nur um empirische Heilung, sondern auch um grundsätzliche Fragen wie: Ws ist der Mensch? Was ist eine Krankheit? Ärzte orientierten sich am Ursache-Wirkung-Mechanismus und übten sich in rationaler Betrachtung von Krankheiten, für die nicht ein zürnender Gott verantwortlich gemacht wurde. Zentral bei Hippokrates war die Vier-Säfte-Lehre: Diese – gelbe Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim – waren beim Gesunden in einem bestimmten Mischungsverhältnis vermengt; war dieses Verhältnis gestört, wurde man krank. Der antike Arzt Galenus griff diese Idee auf und baute sie zu einem therapeutischen System aus, dessen Grundzüge zum Teil auch heute noch gelten. „Dieser rationale Zugang zum Körper und seinen Krankheiten darf allerdings nicht verwechselt werden mit einem naturwissenschaftlichen Blick“, erklärte Wittern-Sterzel: „Die Griechen sahen die Natur als Richtschnur allen ärztlichen Handelns an, in deren Dienst sich jener zu stellen hatte – und nicht umgekehrt.“ Dies änderte sich in der Neuzeit: Francis Bacon definierte neue Aufgaben für die Ärzte, indem er ihnen auftrug, sich auch mit unheilbaren Krankheiten zu befassen, sprich: die Natur zu korrigieren.</p>
<p>An diesem Punkt wurde die Diskussion eröffnet; Norbert Pfeiffer nahm sogleich Bezug auf Renate Wittern-Sterzels letzten Punkt: „Wir haben Angst vor der Natur“, bescheinigte er unserem Zeitalter. „Dass der Mensch mit allen Mitteln gegen das angeht, was die Natur vorgibt, gab es früher nicht“, bestätigte Wittern-Sterzel. Pfeiffer forderte, dass ein gesellschaftlicher Konsens über sinnvolle und nicht sinnvolle Eingriffe und Behandlungsmethoden entwickelt werden müsse: „Politik und Kostenträger wiederholen gebetsmühlenartig, es werde alles finanziert, dabei ist das schon jetzt nicht mehr so – und diese Entwicklung wird sicher weitergehen.“ Künzl wies darauf hin, dass die Solidargemeinschaft aller Beitragszahler, historisch betrachtet, ohnehin eine neue Entwicklung sei. „Krankheiten des Überflusses und der Unvernunft, wie Hypertonie und Diabetes, das wären meine Streichkandidaten“, sagte Mediziner Pfeiffer ganz offen, seine Forderung: „Wir übernehmen immer weniger Verantwortung für unsere Krankheiten – da müssen wir raus“. An dieser Stelle lohnt, wie Wittern-Sterzel zeigte, einmal wieder der Blick in die Geschichte der Medizin: So sah der antike Arzt sich als Gesundheitserzieher, die Diätetik – die Lehre von der Gesundhaltung des Körpers – war ein Hauptziel der Behandlung. Hier könnten heutige Ärztinnen und Ärzte wohl einiges von ihren damaligen Kollegen lernen.</p>
<p><i>Die Podiumsdiskussion war eine Kooperation des Projekts &#8220;Gesundheit! Mehr Wissen im Museum&#8221; mit dem <a href="http://web.rgzm.de/" target="new">RGZM</a> und der <a href="http://www.adwmainz.de/" target="new"> Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz</a>.</i></p>
<p><em>Text: Wiebke Peters</em><br />
<em>Foto: Christina Nitsche / RGZM</em></p>
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		<title>Gesundheitsfalle Arbeitsplatz</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:37:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bergbau Museum Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[Presse und Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Podiumsdiskussion in Bochum darüber, wie ungesund Arbeit ist – ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/gesundheitsfalle-arbeitsplatz/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Podiumsdiskussion in Bochum darüber, wie ungesund Arbeit ist – und was sich daran ändern lässt<span id="more-3044"></span></strong></p>
<p><em><a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/reinhoren-mehr-wissen-podiumsdiskussion-gesundheitsfalle-arbeitsplatz/">Die gesamte Podiumsdiskussion sowie die einzelnen Statements stehen hier zum Anhören bereit</a></em></p>
<p>Es war ein durchaus geeigneter Ort, um über das Thema Gesundheit und Arbeit zu diskutieren: Im Deutschen Bergbau-Museum fand die erste der beiden hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen des Projekts „Gesundheit! Mehr Wissen im Museum“ statt. Die vier Expertinnen und Experten waren gekommen, um über das Thema „Gesundheitsfalle Arbeitsplatz?“ zu diskutieren. Inwieweit macht Arbeit krank – und was lässt sich daran ändern?, lautete die Leitfrage des Abends. Die Diskutanten setzten sich aus vier unterschiedlichen Perspektiven – historisch, psychologisch, ökonomisch und medizinisch – mit dem Thema auseinander, wobei alle vier zu Beginn des Abends mit einer kurzen Stellungnahme in „ihre“ Perspektive einführten. Christoph Bartels, promovierter Montanhistoriker und Forscher am Bergbau-Museum, berichtete, dass Arbeitsplätze im deutschen Bergbau in punkto Gesundheitsrisiko erst seit den 1950er Jahren mit anderen Industriearbeitsplätzen vergleichbar waren. Gesundheitsfürsorge hat, nicht zuletzt wegen der großen körperlichen Gefahren, eine lange Tradition im Bergbau: Bereits 1260 wurde die erste Bruderschaft zur Gesundheitsvorsorge gegründet, 30 Jahre später das erste Hospital; das Versicherungsprinzip „Beitrag gegen Leistung“ gibt es seit dem 18. Jahrhundert. So unfall- und krankheitsanfällig der Bergbau auch ist: Bartels machte klar, dass ein Arbeiter, der nicht in früher Jugend krank oder während seines Arbeitslebens zum Unfallopfer wurde, besonders gute Chancen hatte, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Da die Versorgungsansprüche in früheren Jahrhunderten mager waren, arbeiteten viele noch als Greise; Bartels berichtete vom historisch belegten Fall eines 100-jährigen, der noch für leichtere Arbeiten in der Grube eingesetzt wurde.</p>
<p>Der emeritierte Arbeitspsychologe Uwe Kleinbeck, der als nächstes sprach, eröffnete seine Ausführungen mit einem Zitat von Kurt Lewin: „Die Arbeit hat zwei Gesichter, sie besteht aus Mühe und Last, ist aber auch bereichernd und sinnstiftend.“ Klassische Industriearbeitsplätze schienen vor allem aus ersterem zu bestehen. Ob sich das ändern lässt, erforschte Kleinbeck in dem großangelegten Forschungsprojekt „Humanisierung der Arbeitswelt“, das in den 1980er Jahren lief. Untersucht wurden vor allem Arbeitszufriedenheit und Fehlzeiten – bis zu 15 Prozent aus Krankheitsgründen fehlende Belegschaft sei keine Seltenheit gewesen, berichtete Kleinbeck. Heute habe sich das Problem in die Dienstleistungsberufe verschoben, besonders gefährdet seien Lehrer- oder Pflegeberufe. Zentrale Bedrohung für das Wohlbefinden und die Gesundheit sind Überfrachtung, emotionale Dissonanz – zum Beispiel freundlich sein zu müssen trotz unfreundlicher Kundschaft – sowie soziale Konflikte im Kollegenkreis, die etwa durch „Nasenprämien“ entstünden. Die Lösung, die Kleinbeck und sein Forscherteam den Bossen präsentierten und die er auch noch heute empfiehlt: „Arbeitgeber sollten Motivationspotenziale schaffen, vor allem durch mehr Selbst- und Mitbestimmung“.</p>
<p>Gesundheitsökonom Jürgen Wasem widersprach diesem Vorschlag: Wahlmöglichkeiten und eine hohe Qualität der Arbeitsaufgaben führten zu „Optionsstress“. Er selbst bemitleide zuweilen seine Mitarbeiter, die keinerlei Pflichtzeiten im Büro hätten, aber durch die Möglichkeit, überall Laptop oder Mobiltelefon einschalten zu können, letztlich länger arbeiteten als vertraglich vorgesehen. Die Crux liege woanders: Nicht der Krankenstand sei das Problem, sondern der Präsentismus, also bezahlte Anwesenheit am Arbeitsplatz, die nicht produktiv ist. Dennoch sei Gesunderhaltung eine wichtige Herausforderung: „Der Fachkräftemangel wird zunehmen, und wir müssen zusehen, möglichst viele Leute produktiv im Job zu halten“, betonte Wasem. Dass Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel Verbesserung des Arbeitsplatzes oder Qualifizierung, wirksam sind, davon seien laut Umfragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zwar überzeugt. Wissenschaftlich nachgewiesen sei dies aber nicht: „Es ist schwierig, harte Daten zu generieren, zum Beispiel durch den Vergleich mit einer Kontrollgruppe – es gibt zu viele externe Störfaktoren, um wirklich beurteilen zu können, ob eine Verbesserung an einer gesundheitsfördernden Intervention lag oder doch eher an etwas anderem“, stellte Wasem klar.</p>
<p>Ursula Walkenhorst, Professorin für Ergotherapie an der HGS Bochum, sah das anders: Werde ein Arbeitsplatz mit dem „Fachblick“ einer geschulten Person überprüft, könnten die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert werden – jedenfalls auf der körperlichen Ebene. Frühzeitige Interventionen am Arbeitsplatz seien dabei auch in besonderen Phasen des Berufslebens wichtig, wie dem Übergang in den Ruhestand oder der Wiedereingliederung nach einer längeren Arbeitspause.</p>
<p>Über den grundsätzlichen Handlungsbedarf war sich das Podium einig: Arbeit macht krank, und die Aufrechterhaltung der hohen Produktivität durch gesunde Facharbeiter ist unabdingbar – nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erhalten bleiben. Soweit die Theorie – doch wie sieht es in der Praxis aus? Schlecht, wie der Wortbeitrag von Eva-Maria Böttcher zeigte, einer Vertreterin der IG Metall, die für den Bereich Früherkennung psychischer Krankheiten am Arbeitsplatz zuständig ist. „Meiner Beobachtung nach werden alle, die nicht topfit sind, rausgemobbt. Durch Leiharbeit ist der Konkurrenzdruck enorm hoch“, sagte sie. Gesundheitsfördernde Maßnahmen, berichtete Böttcher weiter, dienten überhaupt nicht ihrem ursprünglichen Zweck: „Unserer Erfahrung nach wird betriebliches Wiedereingliederungsmanagement vor allem dazu genutzt, missliebiges Personal rauszudrängen“. Eine Erfahrung, die die Experten auf dem Podium bestätigten. „Wir brauchen eine neue Arbeitsethik“, befand Ursula Walkenhorst, „und die darf nicht mehr lange auf sich warten lassen – das können wir uns nicht leisten.“</p>
<p>Einfache Lösungen beziehungsweise Antworten gibt es allerdings nicht, wie eine weitere Frage aus dem Publikum zeigte: Warum es möglich sei, dass so viele Angestellte Missbrauch trieben mit Krankmeldungen, wollte ein älterer Herr wissen – er selbst habe das in seinem Betrieb über Jahre beobachtet. Seine Antwort illustrierte Jürgen Wasem mit einem bekannten Phänomen: Je besser es der Wirtschaft gehe, umso mehr Arbeitnehmer meldeten sich krank – ob dies allerdings daran liege, dass sie die ‚günstige Lage‘ ausnutzten, oder eher daran, dass ‚gute Zeiten‘ ein realistischeres Bild des Krankenstandes liefern, weil dann kranke Menschen tatsächlich zu Hause bleiben, anstatt sich leidend an den Arbeitsplatz zu schleppen, wisse man nicht.</p>
<p>Zum Ende erweiterte Christoph Bartels den Blick auf andere Länder: So habe man in Deutschland erreicht, Arbeitsplätze im Bergbau so sicher wie möglich zu machen – für den globalen Arbeitsmarkt gelte das allerdings nicht, „die Arbeitsbedingungen, unter denen dort heute gearbeitet wird, sind für Leib und Leben katastrophal.“ Die Runde schloss mit Wünschen der Experten an den idealen Arbeitsplatz: Kein Termindruck, keine übermäßigen Belastungsspitzen, die Möglichkeit, motiviert an den Arbeitsplatz zu gehen, waren Dinge, die aufgezählt wurden – das klingt gut, allerdings tatsächlich eher nach einer Arbeitswelt von übermorgen.</p>
<p><em>Wiebke Peters</em></p>
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		<title>Reinhören, mehr wissen</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau Museum Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[Presse und Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie die einzelnen Statements sowie die gesamte Podiumsdiskussion &#8220;Gesundheitsfalle ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/reinhoren-mehr-wissen-podiumsdiskussion-gesundheitsfalle-arbeitsplatz/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie die einzelnen Statements sowie die gesamte <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/gesundheitsfalle-arbeitsplatz/">Podiumsdiskussion &#8220;Gesundheitsfalle Arbeitsplatz&#8221;</a> in Bochum als mp3 zum Anhören. <span id="more-3057"></span></p>
<p><strong>&#8220;Gesundheitsfürsorge hat im Bergbau lange Tradition&#8221;<br />
</strong>Erst 1950 waren Jobs im Bergbau so sicher wie andere Industriearbeitsplätze &#8211; über Jahrhunderte war diese Branche Vorreiter in der Gesundheitsfürsorge, erklärt<br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Bartels.mp3">Dr. Christoph Bartels in seinem Statement</a></p>
<p><strong>&#8220;Mehr Selbst- und Mitbestimmung“<br />
</strong>Besonders Dienstleistungsjobs wie Pflegekraft oder Lehrer können krank machen &#8211; mehr Motivation zum Beispiel durch mehr Mitbestimmung hilft, meint<br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Kleinbeck.mp3">Prof. Uwe Kleinbeck &#8211; sein Statement zum Reinhören</a></p>
<p><strong>&#8220;Präsentismus ist unser Hauptproblem&#8221;</strong><br />
Volkswirtschaftlich viel schlimmer als kranke Arbeitnehmer sind solche, die bezahlt, aber unproduktiv an ihrem Arbeitsplatz herumsitzen: das<br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Wasem.mp3">Statement von Prof. Jürgen Wasem zum Reinhören</a></p>
<p><strong>&#8220;Interventionen am Arbeitsplatz sind wichtig&#8221;</strong><br />
Nur der Fachblick kann erfassen, wie gesundheitsgefährdend ein Arbeitsplatz ist und was verbessert werden kann, betont<br />
<a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Walkenhorst.mp3">Prof. Ursula Walkenhorst in ihrem Statement</a></p>
<p><strong>Statement plus Diskussion</strong>:<br />
Die gesamte <a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2012/01/Gesundheit-und-Arbeit_Podium.mp3">Podiumsdiskussion &#8220;Gesundheitsfalle Arbeitsplatz?&#8221;</a> als mp3 (hier geht&#8217;s zum <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/gesundheitsfalle-arbeitsplatz/">Bericht zur Podiumsdiskussion</a>).</p>
<p><strong>Tipp: </strong>Mehr Informationen zu den Diskutant/innen und zur Moderatorin<a href="http://wissen-im-museum.de/2011/09/gesundheitsfalle-arbeitsplatz-spannende-podiumsdiskussion-in-bochum"> finden Sie hier</a>.</p>
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		<title>Polarimeter</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:56:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsches Technikmuseum berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Die Exponate der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohlbekannt, wenn auch meist unverstanden ist sie, die linksdrehende Milchsäure ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2012/01/exponat-der-woche-polarimeter/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wohlbekannt, wenn auch meist unverstanden ist sie, die linksdrehende Milchsäure – zum Beispiel aus dem Jogurtbecher. Da fragt sich dann die aufgeweckte Genießerin, ob es etwa auch das rechtsdrehende Modell gibt, wer oder was da gedreht wird und was das Ganze überhaupt zu bedeuten hat.</p>
<p>Gedreht wird die Ebene des linear polarisierten Lichts, so kann man es in jedem Lehrbuch nachlesen. Normalerweise schwingen die Lichtwellen in allen Raumebenen, also nicht nur wie die Wellen der Ostsee in der Ebene der Wasseroberfläche, sondern auch senkrecht dazu und in allen schrägen Lagen ebenfalls. Durch spezielle Filter lassen sich alle Ebenen bis auf eine ausschließen. Man kann sich das wie einen Lattenzaun vorstellen, der ein schwingendes Seil auch nur in der Ebene parallel zu den Latten hindurch lässt. Wenn man in einigem Abstand zum ersten Filter einen zweiten aufstellt, so kann das polarisierte Licht diesen nur passieren, wenn ihre Orientierungen übereinstimmen.</p>
<p>Es gibt Stoffe, die in der Lage sind, die Ebene des polarisierten Lichts zu drehen, so dass das Licht dann den zweiten Filter nicht mehr passieren kann. Diese Eigenschaft ist an einen speziellen Bau des Moleküls gekoppelt. Dieses existiert dann in zwei spiegelbildlichen Versionen, die ansonsten aber völlig identisch sind – wie die beiden Hände eines Menschen. Das eine Molekül dreht die Ebene des Lichts nach links, die andere nach rechts. Mutter Natur ist eben ziemlich verspielt. Solche Substanzen sind verbreiteter als man denkt. Alle Zucker gehören dazu, viele Hormone und eben auch die Milchsäure.</p>
<p>Das Ausmaß der Drehung kann man mit einem Polarimeter messen. Ein solches Gerät besteht aus zwei Polarisationsfiltern, zwischen die eine Glasröhre gestellt werden kann. In diese wird die zu untersuchende Flüssigkeit gefüllt. Der erste Filter liefert linear polarisiertes Licht, die Substanz in der Röhre dreht die Polarisationsebene, und der zweite Filter ist so konstruiert, dass man ihn drehen und die Polarisationsebene so lange verändern kann, bis das Licht wieder durch ihn hindurch treten kann. An einer Skala lässt sich dann der Drehwinkel ablesen.</p>
<p>Auf diese Art lassen sich Konzentrationen bestimmen (mehr Substanz zwischen den beiden Filtern dreht die Ebene stärker). Dieses Verfahren wird zum Beispiel in der Zuckerindustrie benutzt.</p>
<p>Aber auch der Arzt hat hier eine einfache Möglichkeit, um schnell und unaufwendig durch die Untersuchung von Körperflüssigkeiten Krankheiten zu erkennen. Diabetiker zeigen einen erhöhten Zuckergehalt im Harn, der mit dieser Methode einfach erkannt werden kann. Vor Aufkommen der Teststreifen, die das Ganze noch mehr vereinfachten, stand in jeder Hausarztpraxis ein solches Polarimeter, dessen Skala meist bereits auf mg Harnzucker kalibriert war.</p>
<p>Und die Milchsäure? Nun ja, die Milchsäurebakterien stellen beide Versionen gleichermaßen her. Nur im Muskel entsteht ausschließlich rechtsdrehende Milchsäure, deshalb auch Fleischmilchsäure genannt. Die Lebensmittelindustrie scheint wohl noch etwas verspielter zu sein als Mutter Natur.</p>
<p><em>Exponat des <a href="http://wissen-im-museum.de/2010/06/deutsches-technikmuseum-berlin/">Deutschen Technikmuseums</a>, Berlin</em></p>
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		<title>Handtablettenpresse</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 10:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsches Technikmuseum berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Die Exponate der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Im 19. Jahrhundert durften nur Apotheker Chemikalien herstellen. Deshalb musste, ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2011/12/exponat-der-woche-handtablettenpresse/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im 19. Jahrhundert durften nur Apotheker Chemikalien herstellen. Deshalb musste, wer an der Chemikalienherstellung interessiert war, eine Apothekerlizenz erwerben und eine Apotheke eröffnen. Aus einigen dieser Apotheken sind noch heute bekannte Chemie- und Pharmafirmen entstanden, wie Riedel, Schering, Merck, Boehringer und andere. Aber nicht alle Apotheker waren an der Entwicklung der Chemie interessiert, die meisten konzentrierten sich auf ihr Kerngeschäft, die Arzneimittelherstellung.</p>
<p>Medikamente wurden damals nach den Angaben des Arztes vom Apotheker in seinem Apothekenlaboratorium speziell für den einzelnen Patienten zubereitet. Erst mit der Entwicklung einer breiteren Versorgung, an der die allgemeine Krankenversicherung einen nicht unerheblichen Anteil hat, kam es zur Entwicklung von standardisierten Arzneimitteln. Es erwies sich als günstig, bestimmte, häufig verlangte Medikamente vorrätig zu halten. Dazu waren die bis dahin üblichen Pulver aber nicht gut geeignet, weil die zu leicht verdarben oder verklumpten.</p>
<p>Inspiriert von der Ziegel- und Brikettfabrikation meldete der britische Maler, Schriftsteller und Erfinder William Brockedon (1787-1854) im Jahr 1843 ein Patent über gepresste Arzneikörper an, die bald die Bezeichnung Tabletten erhielten. Nun konnte der Apotheker von häufig verlangten Arzneimitteln größere Mengen von Einzeldosen schnell und ökonomisch herstellen, die sich anschließend lange lagern, gut verpacken und sogar auf Reisen in andere Klimabereiche mitnehmen ließen.</p>
<p>Zunächst wurden die Tabletten einzeln mit der Handpresse gefertigt, doch schon bald boten die Maschinenhersteller Tablettenpressen an, die, mit einer Handkurbel oder einem Elektromotor angetrieben, die Produktion von mehreren Tausend Tabletten pro Stunde zuließen. Natürlich entdeckte auch die aufblühende Pharmaindustrie diesen lukrativen Markt. Mit ihren größeren Rohstoffressourcen konnte sie deutlich günstiger produzieren. Immer leistungsfähigere Maschinen wurden entwickelt. Heute sind moderne Rundläuferpressen in der Lage, mit 40 Stempelsätzen gleichzeitig 100.000 Tabletten in der Stunde zu produzieren.</p>
<p>Der Apotheker aber ist nur noch Verkäufer von industriell erzeugten Markenprodukten. Und der Arzt? Heute stellt er nicht mehr individuell abgestimmte Arzneien zusammen, sondern sucht sich aus der Roten Liste etwas Passendes heraus.</p>
<p><em>Exponat des <a href="http://wissen-im-museum.de/2010/06/deutsches-technikmuseum-berlin/">Deutschen Technikmuseums</a>, Berlin</em></p>
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		<title>Wissenschaftsjahr 2012</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 14:16:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Der besondere Termin]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Website des Wissenschaftsjahrs 2012 &#8211; Zukunftsprojekt Erde geht es ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2011/12/wissenschaftsjahr-2012/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Website des <a href="http://www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de/das-wissenschaftsjahr/vorschau-das-wissenschaftsjahr-2012.html" target="_blank">Wissenschaftsjahrs 2012 &#8211; Zukunftsprojekt Erde geht es hier</a>.</p>
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		<title>Obduktionsbesteck</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 10:41:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wiebke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Exponate der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[MhM Hamburg]]></category>

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		<description><![CDATA[„Reisebesteck“ wird der Inhalt dieses Köfferchens auch genannt. Hierbei handelt ... <a href="http://wissen-im-museum.de/2011/12/exponat-der-woche-obduktionsbesteck/">&#62;&#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wissen-im-museum.de/wp-content/uploads/2011/12/reisebesteck_web.jpg"></a>„Reisebesteck“ wird der Inhalt dieses Köfferchens auch genannt. Hierbei handelt es sich nicht um das Besteck für eine Urlaubsreise oder zum Camping, sondern es geht um die essentiellen Arbeitsinstrumente des Rechtsmediziners, die er bei jeder Obduktion einer Leiche benötigt. Synonym für den Begriff Obduktion (lat. obducere: „bedecken“) ist der Begriff Sektion (lat. sectio: „Schnitt“, „Operation“). Schneiden, Ziehen, Hämmern und Sägen sind die Handgriffe des Obduzenten, die bei einer Obduktion im Sektionssaal durchgeführt werden. Doch nicht nur im Sektionssaal der Rechtsmedizin werden Leichen obduziert, sondern auch an Außenstandorten wie z.B. in kleineren medizinischen Instituten. Hierfür muss der Rechtsmediziner mobil sein und braucht daher sein „Reisebesteck“, das gut verstaut und griffbereit in seinem Koffer mitgenommen werden kann.</p>
<p>Bei dem hier abgebildeten Exponat, dem Koffer mit rechtsmedizinischem Obduktionsbesteck, sind verschiedene Messer, Scheren und auch die Darmschere, Maßband und Bindfaden sowie Pinzetten und sogar eine Säge zu sehen. Unsere Ausstellungsbesucher betrachten hiermit die heutzutage verwendeten „Werkzeuge“ des Rechtsmediziners.<br />
Im Laufe der Geschichte dürften sich diese Werkzeuge des Koffers im Gleichschritt mit dem wissenschaftlichen Fortschritt gewandelt und für die Zwecke der Obduktion verbessert haben. Um aber gerichtlich-medizinische Fälle aufklären zu können, zog man bereits im Altertum sogenannte Experten zu Rate. Vermutlich wurde im Jahre 1302 in Bologna wegen des Verdachts der Vergiftung die erste gerichtlich angeordnete Obduktion durchgeführt, wobei hier wissenschaftliche Ansätze noch gänzlich fehlten. Durch die Zusammenarbeit der Disziplinen Recht und Medizin entwickelte sich bis zum 16. Jahrhundert eine wissenschaftlich fundierte Gerichtsmedizin, die wiederum ab dem 18. Jahrhundert in die universitäre Lehre einbezogen und in das Medizinstudium integriert wurde.</p>
<p>Wieweit die Verwendung vom „Reisebesteck im Koffer“ in die Geschichte zurückreicht, wissen wir nicht, doch wissen wir, wie sehr das Obduktionsbesteck die Aufgaben im gegenwärtigen Berufsalltag des Rechtsmediziners erleichtert und können mit Sicherheit davon ausgehen, dass es für die nahe Zukunft dabei bleiben wird.</p>
<p><em>Autor: Jonathan Blümel, <a href="http://wissen-im-museum.de/2011/05/medizinhistorisches-museum-am-universitatsklinikum-hamburg-eppendorf/">Medizinhistorisches Museum Hamburg</a></em></p>
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