Exponat der Woche

Der Augenspiegel

Augenspiegel - Exponat des Deutschen Technikmuseums

Um den Augenhintergrund, also vor allem die Netzhaut, aber auch die Aderhaut und die versorgenden Blutgefäße untersuchen zu können, sieht der Augenarzt durch die Pupille in das Auge des Patienten hinein. Für diese Untersuchung muss der Augenhintergrund von außen beleuchtet werden. Da die Strahlen der Lichtquelle ebenfalls nur durch die Pupille auf den Augenhintergrund fallen können, wo sie reflektiert und vom Arzt nach Austreten aus dem Auge beobachtet werden, steht sich der Untersucher selbst im Licht.

Der Physiker und Physiologe Hermann von Helmholtz (1821 – 1894) hat im Jahr 1851 eine einfache Konstruktion vorgeschlagen, um dieses Problem zu lösen. Sein sogenannter Augenspiegel (Ophthalmoskop) besitzt als wichtigstes Element eine spiegelnde, schräg im Strahlengang stehende Platte, die Licht einer seitlich zwischen Arzt und Patient stehenden Lichtquelle in den Beobachtungsweg einspiegelt und so das Innere des Patientenauges beleuchtet. Das aus dem Auge zurückgeworfene Licht durchdringt diese Platte zumindest zu einem Teil und kann in das Auge des Beobachters fallen. Dieser betrachtet aus geringem Abstand das Innere des Auges mit Hilfe einer vergrößernden Linse.

Um auch bei Fehlsichtigkeiten des Patienten den Augenhintergrund scharf abbilden zu können, kann der Augenspiegel noch mit Korrekturlinsen versehen werden.

Neben diesen ersten, kleinen, in der Hand zu haltenden Augenspiegeln wurden bald auch komplexere Geräte auf festen Stativen entwickelt, die noch genauere Untersuchungen möglich machten. Zu den zentralen Verbesserungen zählt dabei die Einführung eines zum Durchsehen durchbohrten Beleuchtungsspiegels durch Theodor Ruete (1810 – 1867) im Jahr 1852.

Das abgebildete Instrument enthält einen solchen Spiegel. Dieser wird von einer Lichtquelle beleuchtet, die hinter dem Patienten steht. Der Kopf des Patienten ruht auf der mit Leder bezogenen Kinnauflage. Der Augenarzt blickt durch den zentral durchbohrten Spiegel in das Patientenauge. Linsen unterschiedlicher Brechkraft können in den Tubus eingeschraubt werden. Der Abstand zum Auge kann mit Hilfe eines Feintriebes verändert werden.

Das Instrument wurde in Paris von der Firma Nachet et fils in den frühen 1870er Jahren gefertigt.

Exponat des Deutschen Technikmuseums, Berlin

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