Exponat der Woche

Schneckengift als Schmerzmittel

Kegelschnecken- Exponat des Senckenberg Naturmuseums

Kegelschnecken (Conidae) sind hübsch anzuschauen, und ihre schön gemusterten Gehäuse sind begehrte Sammlerobjekte. Bei Tauchgängen sollte man sich aber trotzdem lieber von den wirbellosen Tieren – die überall auf der Welt in marinen Lebensräumen vorkommen – fernhalten.

Die attraktiven Weichtiere benutzen für ihre Jagd nach Krebsen und Fischen nämlich eine Art Harpune, die mit einer Giftdrüse in Verbindung steht. Dieser nadelspitze Zahn wird durch den Rüssel der Schnecke in die Beute geschossen. Das enthaltene Gift tötet die vorbeischwimmenden Fische auf der Stelle – nur so kann die langsame Schnecke den Fisch erreichen, bevor er weiterschwimmt.

Nicht nur Fischen kann das als Conotoxin bezeichnete Gift der Kegelschnecken gefährlich werden. Das Nervengift einiger der marinen Schnecken tötet auch Menschen innerhalb kürzester Zeit.

 Die Schnecken können aber nicht nur Schmerzen bereiten, sondern auch lindern. Die Conotoxine einiger Kegelschnecken besitzen die Eigenschaft, bestimmte Botenstoffe (Transmitter) zu erkennen, welche Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergeben. Das in der Schnecke Conus purpurascens entdeckte Conotoxin blockiert beim Menschen beispielsweise die Weiterleitung von Schmerzreizen und kann so zur Schmerzlinderung beitragen – auch bei Patienten, bei denen selbst Morphium nicht mehr ausreichend wirkt!

Exponat des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt/Main.

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