Exponat der Woche

Teeservice – Gedächtnisstütze für den Arzt

Teeservice - Exponat des Deutschen Technikmuseums

Anfang Juni 2011 jährte sich zum 50. Mal der Tag, an dem auf dem europäischen Markt ein Mittel zur oralen Kontrazeption eingeführt wurde. Auch in Deutschland konnte von nun an die Sexualität von der Empfängnis getrennt werden.

Seitdem hat sich auf dem Gebiet der sogenannten Antibabypille viel getan. Immer wirksamere Gestagenkomponenten wurden entwickelt, die Dosis der enthaltenen Hormone konnte deutlich verringert werden, durch Verwendung stereoselektiver Syntheseschritte wurden ausschließlich die aktiven Stereoisomere erhalten, wodurch die notwendige Dosis weiter verringert werden konnte.

Seit einiger Zeit sind neue „Pillen“ auf dem Markt, deren Hormonkomponenten weniger unangenehme Nebeneffekte – wie Gewichtszunahme – erzeugen sollen als bisherige Präparate. Darüber hinaus sollen sie sogar andere Probleme wie Akne lindern. In ihrer eigentlichen Wirksamkeit der Empfängnisverhütung sind sie den älteren Mitteln jedoch nicht überlegen. Neuere Forschungen geben sogar Hinweise darauf, dass sie ein höheres Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, wie etwa Thrombosen, bergen.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen laut Gesetz nicht beworben werden, deshalb findet man auch keine ganzseitigen Anzeigen dafür in der Tagespresse. Aber auf den Schreibtischen der Ärzte finden sich dutzendfach Kugelschreiber, Lineale, Briefbeschwerer und andere Kleinigkeiten mit den aufgedruckten Namen bekannter Medikamente. Das hier abgebildete Teeservice ist auch ein solches Werbegeschenk. Es trägt Namen und Emblem einer solchen Pille der letzten Generation. Weil ihr Patentschutz noch nicht abgelaufen ist, kann sie auch nicht von anderen Firmen hergestellt und unter dem Freinamen angeboten werden. Das heißt: Mit ihr lässt sich noch ein höherer Preis erzielen.

Exponat des Deutschen Technikmuseums, Berlin

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