Exponat der Woche

Brustprothese “Aphrodite de Luxe”

Brustprothese "Aphrodite de Luxe" - Exponat des Medizinhistorischen Museums Hamburg

Prothesen ersetzen verloren gegangene Körperteile, wörtlich übersetzt bedeutet das griechische Wort „Prothese“ „vorsetzen“ oder „vorstellen“. Die Gründe für den Verlust eines Körperteils können vielfältig sein: ob durch einen Unfall, Erfrierungen, Tierbiss, Gewaltanwendung oder aufgrund einer Erkrankung. Folgen sind meist physisches und psychisches Leiden der Betroffenen. Denn häufig spielt nach dem Verlust nicht nur der ästhetische Aspekt eine Rolle, sondern auch das Wiedergewinnen von Lebensqualität und bestimmten Körperfunktionen. Beinprothesen aus Holz sind schon aus römischer und altägyptischer Zeit bekannt.

Bei dem hier abgebildeten Exponat handelt es sich um eine externe Brustprothese aus den 1970er Jahren. Brustkrebs zählt heute zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen bei Frauen. Die daraus häufig folgende Amputation einer oder beider Brüste führt zu einer starken psychischen Belastung der Patientin. Da Implantate und der operative Aufbau der Brust auch gesundheitliche Risiken bergen, sind externe Brustprothesen eine alternative Lösung. Das hier abgebildete Modell „Aphrodite de Luxe“ wurde in den frühen 1970er Jahren von der Firma Otto Thämert auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei um eine mit Silikon gefüllte Brustprothese mit Luftventil zur individuellen Größenanpassung.

Aphrodite ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde, ursprünglich zuständig für Wachsen und Entstehen. Die australische Popsängerin Kylie Minogue, die 2005 an Brustkrebs erkrankte und ihre Krankheit öffentlich machte, nannte ihr 2010 erschienenes Album „Aphrodite“, eine DVD zum Album heißt „Aphrodite Deluxe“. Eine japanische Manga-Figur trägt heute ebenfalls den Namen „Aphrodite A“ und verfügt als einzige Waffe über Brüste, die Raketen sind.

Exponat des Medizinhistorischen Museums am Universitätsklinikum Eppendorf-Hamburg (UKE)

 Autorin: Eva Ahlenstorf, Medizinhistorisches Museum Hamburg am UKE

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