Exponat der Woche

Vitamin D: Reines Vitamin gegen Rachitis

Vitamin D - Exponat des Deutschen Museums

Ende des ersten Weltkrieges waren durch die schlechte Ernährung und die miserablen Lebensumstände in den durch Industrie geprägten Großstädten viele Kinder in Europa an der gefürchteten Rachitis erkrankt. Die Kinder hatten schmerzhafte Krämpfe der Gliedmaßen, ihre Knochen waren weich wie Knorpel und oft verformt: typisch waren O- oder X-Beine. Es kam zu Wachstumsstörungen und schlimmstenfalls zum Tod. Wie man heute weiß, war die Ursache ein Mangel an Vitamin D – ausgelöst durch unzureichende Ernährung und zu wenig Sonnenlicht.

Dem deutschen Chemiker Professor Adolf Windaus (1876-1959) gelang es 1926 erstmals durch Bestrahlung mit UV-Licht das Sterin Ergosterin gezielt in das antirachitisch wirkende Vitamin D2 umzuwandeln und damit die Zusammensetzung dieses Vitamins nachzuweisen. Darauf basierend entwickelte er ein Verfahren, mit dem sich preiswert und in großen Mengen ein Medikament gegen Rachitis herstellen ließ: Vigantol. Es dauerte aber noch bis 1930, bis es Windaus schließlich als Erstem gelang Vitamin D2 auch in reiner, kristalliner Form zu erhalten. Im Dezember 1931 erhielt das Deutsche Museum auf Anfrage von Professor Windaus persönlich die gezeigte Probe des »reinen antirachitischen Vitamins«.

Bereits 1928 wurde Adolf Windaus der Chemie-Nobelpreis für seine »Verdienste um die Erforschung des Aufbaues der Sterine und ihres Zusammenhangs mit den Vitaminen« verliehen. Seine Arbeiten über Steroide trugen nicht nur dazu bei, die gefürchtete Rachitis zu besiegen, sondern bilden auch die Grundlage der im Wesentlichen von seinen Schülern durchgeführten Arbeiten über die menschlichen Sexualhormone.

Exponat des Deutschen Museums, München

logo-wj-erde

Der besondere Termin

Wissenschaftsjahr 2012
Am 01.01.2012 in Deutschland
Wissenschaftsjahr 2011 auf facebook
Wissenschaftsjahr 2011
Wissenschaftsjahr 2011