Exponat der Woche

Tätowierzange

Tätowierzange - Exponat des Deutschen Technikmuseums, Berlin, Foto: C. Kirchner, SDTB

Diese Zange diente zum Kennzeichnen von Kaninchenohren im Forschungslabor eines großen Pharmakonzerns. Tierversuche sind im Zulassungsprozess von Arzneimitteln gesetzlich vorgeschrieben. Potentielle Wirkstoffe müssen an unterschiedlichen Tierarten getestet werden, bevor sie am Menschen erprobt werden dürfen.

In den 1920er Jahren fing man damit an, Ratten und Mäuse in Labors zu verwenden, um an ihnen die Wirkung von Arzneimitteln, Kosmetika und Industriechemikalien zu erproben. Zunächst war noch sehr umstritten, ob aus Versuchen mit Nagetieren überhaupt sinnvolle Aussagen für den Menschen abgeleitet werden könnten. Aber wegen der schnellen und überschaubaren Ergebnisse haben sich diese Tests durchgesetzt. So wird z. B. die Toxizität von Substanzen über die LD50 ermittelt. Das ist diejenige Dosis, bei der die Hälfte der Versuchstiere nicht überleben.

Bereits seit Ende der 1950er Jahre sind einige Forscher bemüht, die benötigten Tierzahlen zu reduzieren, den Tieren unnötiges Leid zu ersparen und Tierversuche generell zu ersetzen. Speziell der letzte Punkt wurde in den vergangenen Jahren vorangetrieben. Versuche werden an Zellkulturen ausgeführt oder es kommen verstärkt Computerprogramme zum Einsatz.

Eine Schwierigkeit liegt dabei darin, diese Alternativmethoden zu validieren, das heißt den Nachweis ihrer Aussagefähigkeit zu führen. Allerdings sind auch die meisten Tierversuche selbst nie auf Relevanz getestet worden. Tiere sind nur grobe Modelle für den Menschen, aber alle Modelle sind falsch und selbst unter eng verwandten Tieren lassen sich die Ergebnisse meist nicht übertragen.

So dürfte heute ein so verbreitetes Medikament wie Aspirin aufgrund der Wirkungen in den Tierversuchen überhaupt nicht mehr zugelassen werden.

Die Tätowierzange ist zu sehen in der Ausstellung “Pillen und Pipetten”. In der Ausstellung finden während des Gesundheitsjahrs 2011 einmal monatlich Führungen statt, die ein Forscher des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) begleitet. Diese Führungen sind eine Kooperation des Technikmuseums mit dem Projekt “Gesundheit! Mehr Wissen im Museum”. Mehr Informationen im Kalender.

Exponat des Deutschen Technikmuseums, Berlin, Foto: SDTB/Kirchner

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