Exponat der Woche

Sauerbruch-Armprothese

Sauerbruch-Armprothese - Exponat des Deutschen Museums in München

Als »Rache am Krieg«, so bezeichnete der Zürcher Maschinenbau-Professor Aurel Stodola (1859-1942) als überzeugter Pazifist seine Arbeit an einer willkürlich beweglichen Handprothese. Im Frühjahr 1915, kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, begann er mit den Planungen für eine »möglichst vollkommene künstliche Prothese«, die den Betroffenen die verlorene Erwerbsfähigkeit wieder verschaffen sollte – und das besser als die bis dahin verwendeten »Klauen«.

Seine Idee war, dass die verbliebenen Muskeln am Armstumpf die Steuerung des Prothese übernehmen sollten. Er wandte sich an Professor Ferdinand Sauerbruch (1875-1951), der sich des Konzepts annahm und die Probleme der Kraftübertragung schließlich löste. Er legte operativ einen mit Haut ausgekleideten Kanal durch die verbliebene Armmuskulatur der Betroffenen. In diesen später so genannten Sauerbruch-Kanal wurde ein Elfenbeinstift gesteckt, der an beiden Seiten ein Stück herausstand. Am Elfenbeinstift wurde dann über einen Metallbügel ein Drahtzug befestigt, der eine Verbindung zur Kunsthand herstellte. Mittels einer Beugung des Armstumpfes konnte so z.B. der Daumen der Prothese gezielt bewegt werden. Trotz der hohen Kosten für die Prothese war die Bilanz positiv: In einer 1929 aufgestellten Statistik gaben 92,4 Prozent der Patienten an, ihre berufliche Tätigkeit mit der Prothese wieder ausüben zu können!

Exponat des Deutschen Museums, München

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