Exponat der Woche

Prontosil – ein Farbstoff gegen Bakterien

Prontosil - Exponat des Deutschen Museums, München

Das Medikament Prontosil war das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit des Mediziners Gerhard Domagk (1895–1964) mit den beiden Chemikers Fritz Mietzsch (1896-1958) und Josef Klarer (1898-1953). In den Chemotherapeutischen Laboratorien der IG Farbenindustrie in Elberfeld forschten sie an der Entwicklung eines Mittels gegen bakterielle Infektionen. Im Februar 1935 veröffentlichte Domagk seine Ergebnisse über die Testsubstanz KI-730, einen tiefroten Azofarbstoff aus der Farbstoffforschung, der nicht nur in Labortests an Mäusen, sondern auch bei ersten klinischen Versuchen eine sehr gute antibakterielle Wirkung gezeigt hatte. Mit Prontosil, dem ersten Breitbandantibiotikum, konnten erstmals Menschen mit ehemals tödlichen Infektionen wie z.B. Lungenentzündung oder Blutvergiftung erfolgreich behandelt werden.

Wie sich allerdings schon kurze Zeit später herausstellte, war es ein Abbauprodukt des Farbstoffes, das eigentlich gegen Bakterien wirksam war: ein Sulfonamid. 1939 wurde Gerhard Domagk für die Entdeckung der Sulfonamide der Nobelpreis für Medizin zugesprochen, dessen Annahme aufgrund eines von Hitler erlassenen generellen Verbotes ihm nicht möglich war. Um seine Reise zur Preisverleihung zu verhindern, wurde er von der Gestapo für elf Tage festgesetzt und verhört. Erst 1947 konnte er schließlich die Nobelurkunde entgegennehmen, der Geldpreis war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits verfallen.

Exponat des Deutschen Museums, München

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