Exponat der Woche

Pestarztmaske

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Die grotesk anmutende Maske sollte den Pestarzt beim Krankenbesuch vor der Ansteckung schützen. An ihr lässt sich ablesen, wie man in der vorbakteriellen Ära die Ansteckung durch die Pest erklärte: Sehr verbreitet war die Vorstellung, dass die Pest durch eine verdorbene Luft ausgelöst sei, den „Pesthauch“ oder das „Miasma“. Diesem Pesthauch galt es etwas entgegenzusetzen, und deshalb barg die schnabelartige Nase der Maske einen mit duftenden Essenzen getränkten Schwamm, der die Atemluft mit dem aromatischen Geruch von Zimt, Nelken u.ä. veredelte.

Die Erfahrung zeigte, dass die Pest zudem eine stoffliche Ansteckungskomponente haben musste, weil sie auch durch Waren oder Kleidungsstücke übertragen wurde. Gegen diesen Krankheitsstoff, das „Contagium“, trug der Pestarzt nicht nur die haubenartige Maske, sondern auch ein bodenlanges Gewand aus gewachstem Stoff oder glattem Leder, dessen lange Ärmel nahtlos in lederne Stulpenhandschuhe übergingen. Zudem waren die Augenöffnungen der Maske durch Scheiben aus Glas oder Kristall verschlossen, die vor dem Blick des Kranken schützen sollten, den man ebenfalls für ansteckend hielt.

Vermutlich schützte diese fast lückenlose Verhüllung den Pestarzt tatsächlich vor der Ansteckung – ähnlich wie die Schutzkleidung, die heute auf Infektionsstationen getragen wird.

Exponat des Deutschen Medizinhistorischen Museums

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