Exponat der Woche

Giftsprühen mit dem Stäubegerät

Stäubegerät - Exponat des Deutschen Technikmuseums, Foto: C. Kirchner, SDTB

In dieser Woche startet im Deutschen Technikmuseum  in der Ausstellung “Pillen und Pipetten” eine Reihe von Führungen im Rahmen der Leibniz-Initivative Gesundheit! Mehr Wissen im Museum: Ein Forscher des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) führt Schulklassen durch die Ausstellung und erklärt dabei “Das Geheimnis der Wirkstoffe”. Die erste Führung startete am 22.6.2011, weitere Führungen gibt es außer im Juli einmal monatlich. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kulturpflanzen werden im Allgemeinen in Monokultur angebaut. Das macht sie besonders anfällig für Schädlinge. Vor allem Insekten und Pilze können hier dann für den Verlust der gesamten Ernte sorgen. In früheren Jahrhunderten wurde so durch die auftretenden Hungersnöte regelmäßig die Bevölkerung dezimiert. Auch Wanderungsbewegungen wurden und werden immer noch durch solche Katastrophen  ausgelöst. So dürfte die Irische Auswanderungswelle in der Folge der Kartoffelfäule allgemein bekannt sein.

Deshalb versucht der Mensch schon lange, die Pflanzen durch den Einsatz zum Beispiel giftiger Salze zu schützen. Besonders der Weinbau hat hier zahlreiche Varianten erprobt. Die aufblühende Chemie-Industrie war in der Lage, solche Substanzen großtechnisch herzustellen und dadurch in fast unbegrenzten Mengen auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus hat sie Mittel entwickelt, die zwar die Schädlinge bekämpfen, für den Menschen aber nur geringe akute Giftigkeit besitzen. Dass das mit anderen Nachteilen wie Persistenz, Anreicherung in der Nahrungskette und Spätfolgen erkauft wurde, wurde erst sehr spät wahrgenommen.

Das hier gezeigte Stäubegerät (Baujahr etwa 1935) wurde zum Einsatz wie ein Leierkasten vor den Bauch geschnallt. Der Benutzer arbeitete dann in einer Wolke von Kalkarsen, Schweinfurter Grün oder DDT. Diese Art von Gerät war in der DDR bis in die 1950er Jahre gebräuchlich.

Bertold Brecht hat berichtet, die Teppichweber von Kujan Bulak hätten Petroleum auf die Sümpfe gegossen, um die Malaria übertragenden Fiebermücken zu bekämpfen – auch das  ist inzwischen eine obsolete Methode.

 Exponat des Deutschen Technikmuseums, Berlin, Foto: SDTB/Kirchner

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